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Pisa-Studie: Finnland 2016

PISA – das sind seit dem Jahre 2000 in dreijährigem Turnus stattfindende internationale Schulleistungsuntersuchungen. Im Fokus stehen die Lesekompetenz, die mathematische Kompetenz und die naturwissenschaftliche Grundbildung der 15-jährigen im Mittelpunkt. Bei jedem Durchgang wird einer der Bereiche vertieft untersucht.

Finnland und PISA

Seit Finnland bei der ersten Pisa-Studie 2001 den ersten Platz belegte, stand das Bildungssystem des nordischen Landes stark im internationalen Fokus. Unzählige Delegationen aus aller Welt pilgerten nach Finnland um das Geheimnis des finnischen Erfolges zu ergründen. Vor allem interessierte die Gäste, mit welchen Methoden die guten Ergebnisse erzielt wurden. Die ebenfalls gut platzierten asiatischen Länder schienen von ihrem enormen Leistungsdrill her weniger als Vorbild herhalten zu können.

Seit 2006 haben die Leistungen der finnischen Schüler zwar kontinuierlich nachgelassen, dennoch stehen sie gut da. Um den neuen Tendenzen entgegenzuwirken, wurde bereits die Weiterbildung der Lehrkräfte verstärkt.

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Zuletzt nahmen 72 Länder an der Studie teil. Bei den Tests, die im Jahr 2015 liefen, belegte Finnland den 4. Platz mit Estland und Kanada. In Finnland nahmen 6000 SchülerInnen teil.

Während vor zehn Jahren die soziale Herkunft in Finnland, anders als in vielen andren OECD-Ländern, keine Rolle bei den Leistungsuntersuchungen zeigte, ist dies in den neuesten Erhebung deutlich sichtbar geworden. Auch regionale Unterschiede haben zugenommen. Die Schüler aus Helsinki und Umland schneiden besser ab, als SchülerInnen aus den ländlicheren Regionen.

Besonders fällt auf, dass in Finnland der Unterschied zwischen Mädchen und Jungen stark gewachsen sind. Während Mädchen innerhalb der OECD-Länder den zweiten Platz belegen, landen die Jungen nur auf Platz 10. Bei keinem anderen an der Studie beteiligten Land, war der Unterschied so groß.

Obwohl nur wenige hundert Kinder mit Migrationshintergrund 2015 teilgenommen haben, profitieren sie von dem Schulsystem und haben sich verbessert.

klassenzimmer 1cWas ist an finnischen Schulen anders?

  • wenig oder kaum Hausaufgaben
  • lange Pausen
  • weniger Unterrichtsstunden als in Deutschland und den meisten anderen Ländern
  • viele Ausflüge und Projekte
  • viel Raum für soziales Miteinander der Kinder untereinander
  • starker Fokus auf Wohlbefinden und Glücklichsein

Aber wie kann man damit internationale Bildungstests gewinnen?

Wohlfühlen statt Leistungsdruck

Eine Grundannahme im finnischen Schulsystem ist, dass nur glückliche, gesunde und ausgeglichene Kinder gut lernen können. Daher nützt ein vollgepackter Schultag und anschließend Hausaufgaben nach dieser Sichtweise nicht weiter. Kinder können nicht pausenlos intellektuellen Leistungen abverlangt werden, da diese auch nicht mehr aufgenommen werden. Wenn sie sich dagegen wohlfühlen, können die Kinder sich finden und alles erreichen was sie später machen möchten.

Der neue Lehrplan

Der neue  Lehrplan für die finnischen Schulen ist vielseitig und lässt viel Gestaltungsfreiraum. Das Ziel ist es einzelne Fächer viel stärker miteinander zu vernetzen und praktische und fächerübergreifende Projekte zu machen.

Schulessen und Gesundheitsvorsorge in den Schulen

Auch auf die Ernährung der Kinder wird wert gelegt. Ein hungriges Kind wird nicht gut lernen können, daher gibt es in der Schule ein kostenloses gemeinsames Mittagessen.

In Finnland setzt man eher auf die Kreativität und Individualität jedes einzelnen Kindes. Kinder dürfen experimentieren, mitbestimmen und haben viele Freiräume um untereinander soziale Fähigkeiten zu lernen.

erwartungen der Eltern in Finnland

Anders als in Deutschland, geht es Finnland den Eltern nicht von Anfang an um das Bestehen des Abitures. Eltern in Finnland haben ein sehr großes Vertrauen in die Lehrer und die Schulen. Sie Viel Raum zum Spielen, gute Zeit in der Schule

Weitere Infos

 

PISA-Studien-Wikipedia

SPIEGEL Artikel: Deutsche Pisa Ergebnisse 2016

YLE: Uudet Pisa-tulokset: Suomen tytöt maailman toiseksi parhaita, vaikka ei edes huvita

Jyväskylän Yliopisto: PISA – Suomen menestystarina

Opetus- ja kulttuuriministeriö: PISA 2015

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